Simone Wilson: Die sind doch nicht mehr ganz dicht?!
Shownotes
In dieser Folge von hERZschlag treffen wir auf Simone Wilson. Eine Powerfrau, die aus dem Ruhrgebiet stammt, das Erzgebirge jedoch voll im Blick hat. Als Geschäftsführerin der IDT Dichtungen in Annaberg-Buchholz leitet sie ein internationales Unternehmen, bei dem sich alles um das Thema „Dichtsein“ dreht. Doch Simone ist weit mehr als eine Expertin für komplexe Industriedichtungen: Sie ist offizielle Botschafterin der des Erzgebirges. In dieser Podcast-Episode erfährst du, wie die studierte Kommunikationswissenschaftlerin den Quereinstieg in eine männerdominierte Industriebranche meisterte und warum es ihr heute wichtiger ist, Menschen zu bewegen statt nur Maschinen.
Wir sprechen über den Mut ihres Vaters, ein Traditionsunternehmen zu übernehmen, und Simones Vision für einen modernen Generationenwechsel und Führungsstil. Zwischen Wellenringdichtungen für die weltgrößten Chemie-Riesen und wöchentlichen Pendelfahrten verrät sie uns, warum das Steigerlied die perfekte emotionale Brücke zwischen Essen und Annaberg-Buchholz schlägt. Entdecke, was Simone heute unter „Haamit“ versteht und warum sie bei geschäftlichen Terminen ganz bewusst auf Visitenkarten verzichtet.
Ob skurrile Überlebensstrategien für die einsame Insel - Stichwort: hartgekochte Eier und Heizkissen - oder der tiefe Einblick in eine authentische Führungskultur: Diese Episode sprüht vor Energie und Wertschätzung für das Herzland. Hör hinein und lass dich von Simones Begeisterung anstecken und teile diese Power-Folge mit allen, die Inspiration für ihren eigenen Weg suchen - egal ob im Erzgebirge oder darüber hinaus.
Klick dich rein und GLÜCK AUF!
Transkript anzeigen
00:00:00: Glück auf.
00:00:03: Ich sag Glück!
00:00:05: Also für mich ist Heimat da, wo ich mich letztendlich niederlasse und ich fühle mich der Region schon verbunden.
00:00:10: das kann ich so sagen ja.
00:00:12: Ich habe grundsätzlich keine Visitenkarten dabei.
00:00:14: die wichtigen Personen brauchen keine Visittenkarte und so hab' ich es dann auch gehalten dass ich gesagt habe naja also müssen dem ich halt erstmal so kennenlernen.
00:00:34: Auf liebe Hörerinnen und Hörern, herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Herzschlag-Podcasts.
00:00:40: Schön dass ihr gerade zuhört und gemeinsam mit mir wieder mehr über spannende Persönlichkeiten aus unserem Erzgebirge erfahren wollt!
00:00:49: Mein Name ist Christopher Gahler.
00:00:50: ich bin selbst Erzgebürger mit Leib und Seele und Host der heutigen Folge Herzschlag.
00:00:56: Meine Mission hier im Podcast ist es, Menschen aus unserer Region zu treffen.
00:01:01: Sie dort zu besuchen wo sie wirken und arbeiten und herauszufinden was sie antreibt wie sie denken und welchen Beitrag sie für unsere Heimat leisten.
00:01:11: Ich möchte euch zeigen wie diese Persönlichkeiten des Erzgebirges prägen Wie die Dinge
00:01:15: bewegen
00:01:16: Und wie sie unsere Regionen auch über die Grenzen hinaus sichtbar machen.
00:01:21: Auf meinen heutigen Gast Freue ich mich ganz besonders oder besser gesagt auf eine neue Gäste, denn heute ist wieder eine Frau hier bei mir im Podcast bzw.
00:01:30: war ich in Anerberg zu Gast bei ihr und es gibt eine Premiere.
00:01:34: die Frau kommt nämlich nicht aus dem Erzgebirge wohnt auch nicht hier spielt aber trotzdem eine wichtige Rolle für unsere Region.
00:01:42: Ich spreche mit Simone Wilson Geschäftsführerin der IDT Das steht für Industrie- und Dichtungstechnik, und sagt auch genau was die Firma macht.
00:01:52: Sie stellt Dichtungen her!
00:01:54: Der Stammsitz ist dabei in Essen – das wichtigste Werk ist aber hier in Anaberg Buchholz.
00:02:00: Was genau IDT eigentlich macht wird sie uns natürlich erklären Und auch wie Simone beim regelmäßigen Pendeln zwischen Essen und dem Erzgebirge ihre Zeit verbringt und wie sie es schafft ein international aufgestelltes Unternehmen zu führen.
00:02:14: Darüber sprechen wir
00:02:15: heute.
00:02:16: Außerdem geht es um ihren ganz persönlichen Weg, vom Interesse daran Menschen zu bewegen hin zu einer Geschäftsführerin in einem männerdominierten Branche.
00:02:26: Wir sprechen über ihren Alltag, über ihren Wertegang, warum auch ihr Unternehmen ein Podcast macht und darüber was sie antreibt.
00:02:34: Und natürlich schauen wir auch drauf welchen Blick Sie als Nichtärztgebürgerin auf unserer Region hat!
00:02:41: Wenn Ihr wissen wollt oder nicht was eine Wellenring-Dichtung ist, dann bleibt jetzt dran bei Simone und mir im Herzschlag Podcast.
00:02:51: Also viel Vergnügen!
00:02:56: Simone Wilson klick auf hier im Erzgewirr in Annabelle Buchholz.
00:03:00: Hallo Christopher
00:03:01: Wir sind bei IDT Dichtungen Industrie und Dichtungstechnik.
00:03:05: Wir haben das heute ein bisschen anders gemacht als wir es normalerweise im Podcast machen.
00:03:09: Wir sind erst durch die Firma gegangen.
00:03:15: Besprechungsraum, oder?
00:03:16: Ist das
00:03:16: richtig?
00:03:16: Genau.
00:03:16: Das ist unser besprechungsraum.
00:03:17: Unser Besprechungsaum hier mit Blick Richtung Anaberg Buchholz.
00:03:21: Ihr sitzt hier im Gewerbering.
00:03:23: Wer es Kaufland kennt und Obi kennt in Anabberg dort in der Nähe sind wir.
00:03:27: Und wir sehen schon unsere Eure drei Standorte hinter dir.
00:03:32: Wäre das Ganze heute auch mal... mit schauen möchte bzw.
00:03:37: Teile davon, der kann gerne auf die Socials gehen also auf Instagram, auf TikTok auch ganz seit neuestem von Erzgebirge gedacht gemacht.
00:03:45: und dort seht ihr dann auch mal Simone live und in Farbe und natürlich ja auf der Webseite Erz Gebirge Gedacht gemacht.
00:03:51: Dort seht Ihr dann Bilder von unserem Gespräch und von der Firma.
00:03:54: so wir steigen direkt ein.
00:03:55: Also klick auf kannst du als Essenerin Sagen
00:03:59: kann auch ich als erstes sagen,
00:04:01: weil ihr habt ja da auch ein bisschen eine gewisse Beziehung dazu.
00:04:05: Ja, der Bau ist definitiv das verbindende Element.
00:04:08: Sag mal wie würdest du denn jetzt auf Erzgebirgisch klick aufsagen?
00:04:12: Glückauf!
00:04:14: Okay mit Übeln.
00:04:16: Interessant.
00:04:17: Wie sagt Glick?
00:04:18: Mir sagt Glik.
00:04:20: Wir sind ja durchgegangen und die meisten haben Glück aufgesagt.
00:04:23: Die meisten deiner männlichen Mitarbeiter denen zufolge ja aber Hört sich schon ganz gut an, weil dir halt ein bisschen Hochdeutscher ist bei uns hier.
00:04:32: Wo der Mund manchmal nicht so aufgeht.
00:04:36: Gibt es so Ähnlichkeiten zwischen den
00:04:40: Ruhrportlern
00:04:41: und den Erzgebürgern?
00:04:42: So wenn wir jetzt gleich mal dabei sind... Beide Bergbautraditionen.
00:04:48: Also für mich war wirklich ein bezeichnendes Erlebnis.
00:04:54: vor vielen Jahren, haben wir hier einen gemeinsamen Sommer festgefeiert.
00:05:00: Wir teilen ja mittlerweile eine Vor-Corona nach Corona – es war auf jeden Fall vor Corona!
00:05:04: Das machen wir immer mal wieder.
00:05:06: und zum Auftag lief das Steigerlied Und ich glaube, wir haben es dreimal gespielt.
00:05:12: Weil sich die Kollegen und Kolleginnen aus beiden Standorten dieses Lied halt immer wieder gewünscht haben und mit singen wollten... ...und das finde ich natürlich schon phänomenal!
00:05:20: Also da brauchst du eigentlich nichts um warm zu werden sondern du weißt sofort Wir ticken irgendwie ähnlich.
00:05:27: Das ist ganz lustig.
00:05:28: Ich bin hierher gefahren habe die ganze Zeit Herbert Grünenmeier-Lieder gesund Weil da ist ja auch diesen ganz berühmten Live-Part von Bochum gibt, wo am Anfang der Steigermarsch kommt.
00:05:39: Und irgendwie kam ich darauf in die Recherche.
00:05:41: und so man sieht hier auch Essen... Da ist das die Zeche Zäche Zollverein.
00:05:47: Also man sieht ihr eure drei Standorte in Deutschland also einmal Anaberg, Essen und München.
00:05:54: Das hat auf jeden Fall diese zwei Bilder, die man hier auch sieht sind so die Die haben die meiste Verbindung, glaube ich würde sagen.
00:06:01: Ja also... Ich habe das auch mal so gemacht, wie gesagt den Münchner Stadtort haben wir natürlich auch.
00:06:05: Die haben jetzt keine Bergbau-Traditionen aber zur Weihnachtszeit überlege ich immer was... Also eine kleine Aufmerksamkeit gerade für die Kollegen aus dem Management Team und einen Weihnachten habe ich das so gemacht.
00:06:18: da hab' ich so ein Mini Stoll ins Paket gepackt Ein selbst gebrautes Bier.
00:06:23: Das war aus dem Münchener Raum eine kleine Portion Currywurst.
00:06:29: So, ne?
00:06:29: Also ich finde über solche Elemente kriegt man einfach sehr schnell Verbindung hergestellt und versteht irgendwie auch okay die Kollegen hier lieben das Bier genauso wie wir oder die Münchner im Ruhrpot Die München in München und wir im Ruherpot.
00:06:46: Und die Currywürste ist sowieso immer das verbindende Element für alle und den Stollen denen mögen auch alle wahnsinnig gerne und dass es einfach mal total schön wenn man an solchen Elementen andocken kann.
00:06:55: also man merkt du hast schon ... in Richtung Kommunikation einiges drauf.
00:07:00: Da gehen wir dann noch mal darauf ein, aber ich kenne solche Geschenke normalerweise plus von Agenturen die sich da wirklich stunden Wochen vorher vor solchen Weihnachts- ... ... Weihnachtspresenten Gedanken darüber machen dass das dann so sinnig ist.
00:07:13: Naja es ja so.
00:07:14: also man kriegt normalerweise vielleicht eine Flasche Wein.
00:07:17: jetzt haben's viele Verstanden gibt's nur eine Flrasche Öl oder so... Aber dass das so clever ist, finde ich
00:07:21: viel sehr gut.
00:07:22: Ja, aber Ich finde es ist auch Aufgabe Also schon zu schauen, dass die Kollegen und Kolleginnen verstehen das sie zusammen gehören.
00:07:33: Und das kann man natürlich fördern und ich finde es einfach immer schade auch eine Möglichkeit zu verschenken wenn man das nochmal mitgeben kann auf ne ganz nette Art.
00:07:47: Ich sehe das als eine meiner zentralen Aufgaben letztendlich für dieses Unternehmen dafür zu sorgen, dass alle verstehen wir ein IDT sind.
00:07:56: Können wir gleich noch mal drauf eingehen, weil ich das super spannend finde.
00:07:59: Wie du das Thema auch denkst... Auch die Mitarbeiterstruktur denkst.
00:08:03: Erst nochmal vielleicht kurz zu IDT.
00:08:04: also Wir haben gerade am Anfang gesagt IDT-Dichtungen Jetzt der normale Zuhörer Der hat jetzt wahrscheinlich nicht so viel mit Dichtung zu tun in seinem Leben.
00:08:16: Vielleicht hat er schonmal im Bad eine gewechselt oder in der Küchenarmatur aber Eigentlich hat er ja trotzdem jeden Tag damit zu tun, weil ganz viele Dinge durch Rohre laufen die dann im Endeffekt bei uns ankommen und natürlich durch solche Dichtungen laufen.
00:08:29: Also was macht ihr jetzt genau?
00:08:30: Kannst du das mal so in ein zwei Sätzen beschreiben?
00:08:33: Ja das ist immer so ein bisschen schwierig.
00:08:36: für mich ist es eigentlich ganz spannend, weil ich ja auch nur über Umwege zur Dichtungstechnik gekommen bin und dass auch schon verstehen kann, also alle denken sofort immer sanitär.
00:08:45: Also Wasserhahn tropft oder wir stellen allerdings Industriedichtungen her für große Chemieanlagen.
00:08:55: Da fließen auch Flüssigkeiten und andere Stoffe durch Rohre, die natürlich teilweise viel gefährlicher sind.
00:09:02: Und diese Rohrleitungen sind auch miteinander verbunden und für diese Verbindungsstöcke braucht es eben Dichtungen.
00:09:09: Die stellen wir her – das sind einmal Standarddichtungen aber wir machen noch ganz viele Sonderteile.
00:09:14: Das ist eigentlich auch so ein bisschen unsere Spezialität!
00:09:16: Zum Beispiel Wellen-Ringdichtungen, das haben wir jetzt in den Vorfeld.
00:09:22: Wellenringdichtung
00:09:23: ist ein Standardteil genau aber eben auch komplexere Teile die jetzt erstmal nicht aussehen wie so eine... So eine eigentliche Dichtung, die in der Regel so eine Standarddichtung ist rund.
00:09:32: Wir hatten ein Loch in der Mitte.
00:09:34: Genau.
00:09:34: also wir haben uns die Firma jetzt mal angeschaut hier an Anabek den Produktionsstandort.
00:09:39: Haben viele unterschiedliche Formen Größen gesehen?
00:09:41: Also wir haben gerade noch mit eurem Produktions- oder Vertriebsleiter geredet.
00:09:44: Ja ja dem Vertriebesgleiter hier.
00:09:47: Genau und er hat uns erzählt dass die größte die ihr immer gemacht habt vier Meter fünfzig ungefähr gewesen im Durchmesser, also riesig groß.
00:09:55: Und dann gibt's natürlich auch die ganz kleinen Dichtungen, die sagen wir mal so groß sind wie der Daumen, ungefähr oder wie den Daumennagel.
00:10:00: Also ihr habt eine Riesenbandbreite, ihr habt ein Riesenportfolio was hier beliefert, also hauptsächlich Industrie, Raffinerien, chemische Industrie und so weiter.
00:10:12: Also das jetzt mal bloß zusammengefasst damit wir überhaupt wissen über wen wir gleich reden werden und mit welchem Background auch.
00:10:19: Also ich sage immer, die Bayer als BISFs totales Babys Essos dieser Welt, genau!
00:10:27: Die beliefern wir.
00:10:28: aber wir beliefern natürlich auch normale kleinere Kunden, aber die Großchemie gehört schon im Grundsatz zu uns an zentralen Kundengruppen.
00:10:37: Und jetzt seid ihr hier ins Erzgebirge gekommen vor nunmehr, ich glaube, vierzig Jahre?
00:10:43: Etwas mehr
00:10:44: als dreißig Jahren.
00:10:45: Er hatte so ein Unternehmensjubiläum hundert plus vierzig.
00:10:48: Genau.
00:10:49: Das heißt es, er habt das ein bisschen aufgeteilt wahrscheinlich.
00:10:51: Dein Papa hat die Firma ins Leben gerufen...
00:10:53: Genau der hat die IDT-Ninzenauhnzehnundvierundachtzig gegründet.
00:10:56: Das waren die vierzig jahre aber der Anerberger Standort hat halt schon eine viel längere Tradition nämlich seit nineteenzwanzig gibt's den Standort schon.
00:11:05: Und wir haben diese Geschichte letztendlich geerbt, als wir den Standort übernommen haben oder einen Teil des Standortes übernammen haben.
00:11:12: Und du hast erzählt – also es ist Montag, wir nehmen Montag Vormittag auf!
00:11:17: Du kamst gestern aus dem Europat aus Essen?
00:11:20: Du wohnst direkt in Essen?
00:11:21: Genau.
00:11:21: Direkt in Essen.
00:11:23: Kommt's ein Sonder hergefahren, das ist bestimmt ein bisschen entspannter und dann hast du hier im Erzglück in Wohnung oder wie kann man sich das vorstellen?
00:11:29: Das ist so unterschiedlich.
00:11:30: Schließt du hier in der Firma auf?
00:11:31: Ja,
00:11:31: genau!
00:11:33: So ist das... Meine Eltern haben hier eine kleine Wohnung tatsächlich hier direkt um die Ecke und wenn ich dann wirklich solange da bin oder so häufig komme, dann übernacht ich dort weil das für mich einfach angenehmer ist.
00:11:46: aber ich übernachte auch im Hotel.
00:11:47: also dass es kommt immer ein bisschen drauf an wer jetzt gerade mit dabei ist.
00:11:52: Aber deine Eltern wohnen nicht hier, ne?
00:11:53: Die wohnend essen.
00:11:54: Die haben bloß die Wohnung weil dein Papa natürlich viel unterwegs
00:11:57: war.
00:11:57: Genau damals auch häufig hier war und auch gerne glaube ich in seinem eigenen Bett schläft.
00:12:04: Jetzt ist für dich... Du bist so ein bisschen eine Premiere Für mich als Hoster hier vom Herzschlag Podcast Weil du die erste Nicht-Erzgebürgerin bist Und trotzdem Botschafterinnen.
00:12:16: Deswegen interviewe ich gerade relativ frische Botschaferinnen noch nicht mal ein Jahr.
00:12:21: Und trotzdem die Frage so, ist Erzgebirge ein Stück Heimat?
00:12:25: Also wahrscheinlich ist Ertzgebirgen nicht Heimat.
00:12:27: Du kannst auch ruhig ehrlich antworten weil das ist ja wahrscheinlich in dem Sinne nicht wie der Heimatbegriff gefasst wird.
00:12:33: Also Heimat glaube ich ist für jeden so ein bisschen unterschiedlich.
00:12:40: also Ich bin im Ruhrgebiet geboren würde mich jetzt aber nicht zwingend als Ruhrgebieterin bezeichnen.
00:12:48: Ich war zum Studium in Bayern, ich war vor dem Studium ein halbes Jahr hier, habe einen Praktikum bei der Freien Presse Lokalredaktion gemacht Mitte der neunziger Jahre und dann war ich in den USA.
00:12:58: Dann bin ich ins Ruhr-Gebiet zurückgekehrt Und jetzt teile ich also besonders dieses Jahr so ein bisschen meine Zeit auf zwischen Erzgebirge und Ruhr Gebieten.
00:13:09: Also für mich ist Heimat da, wo ich mich letztendlich niederlasse und ich versuche schon an den Orten, an denen ich bin.
00:13:17: Auch so ein Gefühl dafür zu bekommen also was die Gegend ausmacht oder was den Ort ausmach.
00:13:23: Und ich habe hier auch Freunde mit denen ich Dinge unternehme.
00:13:28: Die Fotografen war ja gerade da, sie begleitet uns auch schon sehr lange lebt jetzt in Chemnitz, aber mein Web-Entwickler der lebt in Kronendorf.
00:13:37: Und wir machen immer was zusammen.
00:13:39: von daher also ich fühle mich der Region schon verbunden.
00:13:43: das kann ich so sagen ja
00:13:45: sehr schön.
00:13:47: vielleicht noch zur Einordnung Wir waren hier vorher noch Teil eines Instagram Reels von euch für eure Instagram Seite.
00:13:54: wir wurden einfach eingespannt und haben das ein bisschen als Statisten untermalt.
00:14:00: Also wer das noch angucken möchte, im Nachhinein sicherlich zu sehen auf der Instagram-Seite von Edithetrichtungen und deswegen war auch die Fotografin mit dabei.
00:14:07: Genau so jetzt ist Anaberg Essen.
00:14:09: also du hast hier Freunde, du bist hier ein bisschen sozial aktiv.
00:14:15: Das ist auch sehr schön und sehr gut.
00:14:16: Jetzt hast du da sechs Stunden Fahrt.
00:14:18: dazwischen sage ich mal pauschal zwischen trotzdem deinem Wohnort, wenn du es nicht Heimat unbedingt nennen willst.
00:14:23: Aber ich denke schon Teil Heimat wird schon Essen ein bisschen Heimat sein und dann deiner Anaberger Heimat.
00:14:29: wie nutzt Du diese sechs Stunden?
00:14:31: also das ist ja eigentlich viel viel Lebenszeit die da auf der Straße liegt.
00:14:37: einem Sonntag Abend ist jetzt vielleicht auch mal immer nicht so einfach mit Geschäftlichen Telefonaten, aber was machst du in der Zeit?
00:14:42: Es ist eigentlich immer unterschiedlich.
00:14:45: Letztes Mal als ich nach Hause gefahren bin habe die ganze Zeit keine Musik gehört... ...aber hab viel telefoniert.
00:14:50: also wenn ich nach hause fahre es meistens Sonnerstags so zwischen vierzehn und fünfzehn Uhr da kann man noch gut telefonieren.
00:14:57: auf dem Hinweg ist das immer unterschiedliche.
00:15:00: letztes mal sich hergefahren bin, habe ich die ganze zeit tatsächlich Podcast gehört.
00:15:04: Was da?
00:15:05: OMR Podcast mit Jürgen Klinsmann war der eine und der andere Podcast, den ich häufig höre ist Good Work.
00:15:11: Mit Juli Jankowski.
00:15:13: Da ging es darum wie man ein Podcast besser machen kann.
00:15:18: Sag ruhig wenn was hier...
00:15:19: Ich glaube ich habe sogar noch einen dritten gehört.
00:15:22: Das war auch ganz nett.
00:15:23: Manchmal hörte er aber auch nur Musik.
00:15:25: also das ist ganz unterschiedlich.
00:15:26: Und ich finde das gar nicht schlimm.
00:15:28: gerne Auto.
00:15:29: Ich fahre auch lieber am Sonntagabend, weil dann einfach nicht so wahnsinnig viel los ist und bin dann Montags schon hier.
00:15:35: das finde ich eigentlich ganz nett.
00:15:36: Okay also du probierst dich auch schon ein bisschen zumindest heiss weiterzubilden auf der Autofahrt?
00:15:42: Also jetzt nur Musik ständig Musik nicht unbedingt
00:15:46: Ne, wobei ganz so lange höre ich wirklich auch noch keine Podcasts.
00:15:50: Weil ich glaube da muss man sich ein bisschen ranrobben wie jemand das hinbekommt und also dass man sich wirklich die Zeit nimmt.
00:15:57: im Ruhrgebiet ist man relativ lange unterwegs nicht weil die Strecken so lang sind sondern weil es so viel Stau ist.
00:16:03: aber in diesem Berufsverkehr ist das für mich echt schwierig.
00:16:06: Ich mach das dann entweder wenn ich spazieren gehe, dass ich mir manchmal auch Podcast anhöre.
00:16:11: Und ich interessiere mich einfach wahnsinnig für Menschen und ich finde die Geschichten so spannend.
00:16:16: Also Jürgen Klins, weil ich bin jetzt kein Fan, aber ich fand es trotzdem super spannend was er zu erzählen hatte.
00:16:20: Ja klar
00:16:21: gibt ja viele solche Formate.
00:16:23: wir probieren hier auch gerade eins zu machen.
00:16:25: in dem Sinne kannst du dich da wahrscheinlich nix mehr selber im Auto
00:16:28: machen?
00:16:29: Aber ihr habt ja auch als Firma einen eigenen Podcast.
00:16:32: Da kann man gleich gerne mal drauf gehen.
00:16:35: Ein Dichtungshersteller mittelständischer Betrieb macht einen Podcast.
00:16:41: Ist das so?
00:16:44: Du hast, muss man vielleicht jetzt mal ein bisschen draufblicken.
00:16:47: du bist eigentlich studierte Journalistin Kommunikationswissenschaftler in welchem ich jetzt mal im großen Feld bin.
00:16:54: Ich habe auch kommunikationswirtschaft studiert deswegen kann ich das alles ein bisschen nachvollziehen was du sagst Wirtschaftspsychologe noch und ist das so ein bisschen daraus entstanden dass du dir gesagt hast okay Ich will das jetzt einfach machen, weil das ist so mein Grundhandwerk was ich mal gelernt habe oder nutzt.
00:17:11: Nützt euch dieser Podcast wirklich auch?
00:17:13: Was kriegt ihr neue Kunden ran dadurch?
00:17:15: Neue Azubis und so weiter.
00:17:17: also dass es tatsächlich häufig nicht meine eigene Idee.
00:17:20: ich hab weiß Gott ganz viele andere Dinge um die ich mich kümmern könnte.
00:17:24: Aber unser technischer Direktor Jörg Skoda, der hat immer ganz tolle Ideen und er sagt wir könnten doch mal.
00:17:32: Und aktuelle haben wir ein regulatorisches Thema das uns sehr stark betrifft.
00:17:37: Das ist diese Debatte um PFAS, um das PFAS-Beschränkungsverfahren und da ist Jörgg einfach sehr stark involviert.
00:17:45: und so kam die Idee dass wir einfach mal einen Podcast dazu machen und wir haben das wirklich nicht lange geplant.
00:17:51: Ich kannte dann Leute, die haben Podcaststudio und dann habe ich sehr gut einen Laden war als erstes ein.
00:17:56: Jörg hat gute Kontakte.
00:17:57: Dann hatten wir jemanden von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz- und Arbeitsmedizin.
00:18:02: Genau!
00:18:02: Und dann haben wir gesagt ok, dann legen mal los.
00:18:04: Und mehr haben wir eigentlich nicht gemacht.
00:18:05: das ist mittelstand.
00:18:07: Also dann probiert man einfach mal aus.
00:18:09: Erst hatten wir überlegt einen externen Moderator oder eine Moderatoren zu nehmen und dann haben Also, cool wäre doch wenn ich das mache.
00:18:16: Dann bleibt es einfach irgendwie in Haus hat einfach noch mal einen anderen Charakter auch und so sind wir gestartet.
00:18:22: Allerdings sind wir jetzt nicht so super ambitioniert weil's schon auch aufwendig ist.
00:18:26: also wir machen es einmal im Quartal.
00:18:29: Das haben wir letztes Jahr einmal im quartal gemacht.
00:18:30: dieses Jahr macht man vielleicht sechs Podcasts.
00:18:33: Jeder der Podcasts macht weiß eigentlich bräuchte man alles zwei Wochen Podcast damit Leute auch dabei bleiben.
00:18:38: aber es geht wirklich ein bisschen darum auch transparent zu machen was wir Also klar machen wir Dichtungen.
00:18:44: Das ist unser Produkt, aber das Know-how und die Kompetenz, die dahinter steckt und die Beratungsleistung, das einfach auch so ein bisschen sichtbar zu machen – das ist schon wichtig!
00:18:54: Das haben wir vor uns beim Rundgang ein bisschen besprochen, dass ihr nicht nur die Dichtung liefert und verkauft, sondern dass er auch die Berätung macht weil es gibt ja... Wir haben's gesehen sich verschiedene Dichtungen für die unterschiedlichsten Dinge, Stoffe, Feststoffe, Flüssigkeiten, Gase und so weiter.
00:19:10: Und alles braucht was!
00:19:11: Und ihr beratet dann auch eure Kunden?
00:19:13: Das ist ein Teil darauf aufmerksam zu machen.
00:19:17: Genau also wir halten es schon auf einer sehr hohen Flughöhe So dass es schon auch zu gesellschaftlichen Themen oder ich sag mal bronkischen Themen irgendwo einen Anschluss hat.
00:19:29: Wir machen in der Regel keine werblichen Veranstaltungen, wo wir jetzt unsere Produkte anpreisen oder so sondern einfach wirklich was aufgreifen von dem wir glauben das ist sowohl für die Dichtungstechnik aber auch zum Beispiel für unsere Kunden in der Industrie eine Relevanz hat.
00:19:42: Okay und PFA ist vielleicht nochmal kurz zu ein und das sind ja... Ich glaube Kunststoffe möglicherweise oder sind giftig und da ist so ein bisschen die Diskussion herum.
00:19:53: Genau, also Präfas sind... ich kriege jetzt den Fachbegriff weil es auch sehr... Irgendwas
00:19:59: mit Poli wahrscheinlich?
00:20:00: Ja genau.
00:20:02: Das ist eine ganze Stoffgruppe mit mehr als zehntausend Stoffen.
00:20:07: letztendlich in der Vergangenheit wurden einzelne Stoffe reguliert und hier hat man einfach einen Stoff Gruppenansatz genommen.
00:20:15: letztendlich gesagt, wir regulieren die komplette Stoffgruppe.
00:20:18: Also Jörg unser technischer Direktor nutzt auch immer gerne das Beispiel der Beeren.
00:20:23: also sagen wir mal so es gibt Bären, die sind giftig und du würdest jetzt da hingehen und sagen wir verbieten ist einfach mal alle Bären.
00:20:28: So pauschal!
00:20:29: Und jetzt findet eben so ein bisschen die Arbeit statt.
00:20:32: Ja, aber was ist denn vielleicht nicht giftig?
00:20:35: Das ist ein bisschen schwierig und für uns konkret betrifft es tatsächlich nur die Flur-Polymere.
00:20:40: Das sind diese technischen Kunststoffe, die wir hier verarbeiten.
00:20:42: Wir stellen sie auch gar nicht selber her.
00:20:44: Und in der verarbeiteten Form sind sie dann sowieso nicht mehr schädlich.
00:20:51: Eine Herausforderung bei den PFAS Stoffen ist... Sie werden halt gerne Ewigkeitschemikal genannt weil sie sehr schwer abbaubarbar sind.
00:20:58: Dafür eignen sich aber wiederum auch für die Kreislaufwirtschaft.
00:21:02: Also wenn man diese Dinge natürlich recycelt oder wiederverwendet, in die Kreisaufwirtschaft überführt dann halten sie schon sehr lange.
00:21:11: Das ist so ein bisschen Fluch und Segen.
00:21:13: aber das ist eben ein Thema was uns gerade sehr stark bewegt.
00:21:16: Sehr schön also.
00:21:17: kleiner Exkurs hier in die
00:21:19: chemische Welt.
00:21:22: Wir haben es am Anfang schon kurz so angesprochen also du hast in Amerika studiert.
00:21:28: Oder vorher in München oder in Bayern, dann nach Amerika gegangen dort lange Zeit gelebt und dein Vater der kommt so aus der Vertriebsschiene also der hat immer schon so habe ich das zumindest verstanden Dichtungen vertrieben als Vertriebler und hat irgendwann Die eigene Firma gegründet und hatte dann eben die Chance, in den neunziger Jahren mit der Wendezeit hier in Anerberg das ehemalige Vib-Dichtungkupferdichtungsringwerk... Kupferring?
00:21:54: Dichtungswerk.
00:21:55: ...zu kaufen zu übernehmen.
00:21:58: Jetzt habe ich mir so die Frage gestellt bzw auch ein schönes Dietart von dir gelesen.
00:22:02: Das war, jetzt muss ich mal raussuchen.
00:22:04: Ich wollte ursprünglich Menschen bewegen statt Maschinen.
00:22:07: Das hört man ja jetzt auch so dass du das immer noch so'n bisschen probierst.
00:22:12: Ähm, klappt das noch so wie du dir das gedacht hast?
00:22:15: Also bewegst Du mehr Menschen als Maschinen.
00:22:19: Wie würdest Du das sagen?
00:22:20: Auf jeden Fall!
00:22:22: Ich glaube schon... Was ich eingangs gesagt habe ist auch meine zentrale Rolle.
00:22:32: Dass es darum geht die Menschen im Blick zu haben sowohl die Menschen hier im Unternehmen aber auch unsere Kunden.
00:22:38: und Jetzt endlich, glaube ich auch von wir hier miteinander sprechen geht es eigentlich immer um das menschliche und das persönliche.
00:22:47: Ein Unternehmen zu lenken hat natürlich ganz viele Dimensionen aber letztlich sind es natürlich auch die Menschen, die dieses Unternehmen nach vorne bringen so und wenn du dich um die nicht kümmerst dann alleine kriegst jetzt sicherlich nicht so wahnsinnig viel bewegt.
00:23:03: vielleicht nochmal einen Schlenker zum Thema Heimat.
00:23:07: Also meine Eltern kommen ursprünglich aus Süddeutschland, die sind also auch Transplants sozusagen im Ruhrgebiet und das führt vielleicht auch dazu dass unser Heimatbegriff einfach ja sehr weit gefasst ist.
00:23:20: Auch als Familie letztlich sehr weit
00:23:22: gefast ist.
00:23:23: Okay.
00:23:23: Dein, also du hast ja einen amerikanischen Nachnamen?
00:23:26: Wenn man es Amerikaner haben, genau.
00:23:27: Wilson
00:23:28: deswegen... Das fasst ja diesen Heimatbekiss noch mal viel größer.
00:23:34: gar nicht so wie es wir vielleicht manchmal als Erzgeber gedenken.
00:23:37: Die teilweise, um das jetzt auch gar nicht negativ zu sagen und zu wollen, teilweise in ihrem eigenen kleinen Kreis sind.
00:23:45: aber ja ich glaube bei manchen Leuten beispielsweise bei dir ist der Heimatbekristin einfach gar nicht eng gefasst.
00:23:53: Aber ich finde das auch total schön.
00:23:55: also wenn man lokal verwurzelt ist und eine starke Tradition hat Ich merke das hier ja klar, es ist prädestiniert in der Weihnachtszeit.
00:24:05: Wenn die Leute sich oder unsere Mitarbeitenden teilweise auch einen Tag frei nehmen um ihr Haus zu schmücken, Stückbögen rauszustellen... Also ich genieße das total und bewundere das auch total!
00:24:17: Es braucht nicht das eine oder das andere, sondern dass die Vielfalt das gerade ausmacht.
00:24:22: Und für mich ist es wirklich eine total willkommen Abwechslung wenn ich dann hier bin und hier stehen einfach andere Dinge im Vordergrund.
00:24:30: Wir stehen bei dir im Schwibbogen, im Fenster.
00:24:33: Wir haben sehr viele Räuchermännchen tatsächlich!
00:24:35: Also das ist... die Kinder hatten so kleine auch.
00:24:40: Das ist eigentlich eher unsere Tradition aber meine Eltern nehmen auch einen schönen Schwib-Bogen her.
00:24:44: Okay.
00:24:45: Na gut ich kann es noch empfehlen?
00:24:46: Sehr schön.
00:24:47: Meine Freundin kommt nicht aus dem Erzgebirge und hat sich jetzt nach einiger Zeit auch sehr damit angefreut dass es immer schön hell ist wenn man nach Hause kommt.
00:24:55: Auf
00:24:55: jeden Fall.
00:24:59: Wie hast du denn dann so diesen törn?
00:25:01: also um nochmal zurückzugehen wir waren ja gerade beim thema diesen technischen dieser technische beruf.
00:25:06: wer hast du den dann so diese turn geschafft?
00:25:08: im endeffekt von der nicht technikerin in anführenden strichen also von der kommunikationswissenschaftlerin eher so der aus der soziale kommunikativen schiene kommt zur technik und an auch in diesem in diese Männerbranche, was man manchmal liest.
00:25:27: Männerbrancheindustrie jetzt im Allgemeinen, Dichtungen vielleicht noch spezieller.
00:25:30: aber wie hast du das dann geschafft?
00:25:31: Hast Du Ausbildungen gemacht?
00:25:32: Hast Sie selber weitergebildet?
00:25:35: Wie ging das?
00:25:36: Also erst mal habe ich im Unternehmen gelernt.
00:25:40: Groß- und Außenhandelsmanagement ursprünglich, weil mein Vater schon gerne wollte, dass seine Kinder irgendwie ins Unternehmen einsteigen.
00:25:48: Ich hab mich dann aber geweigert nachdem ich die Ausbildung gemacht habe.
00:25:52: Habe ich also mein eigenes Ding gemacht und ich glaube das war auch sehr wichtig.
00:25:56: Dein Bruder hatte zwischendurch glaube ich mal die Firma inne?
00:25:59: Ja genau!
00:25:59: Mein Bruder hat sich auch lange Jahre eingebracht ist jetzt aber einen anderen Weg gegangen er die technische Schiene und der hat hier auch am Standort seine Ausbildung gemacht, aber eher in einem praktischen Bereich.
00:26:15: Aber es ist letztendlich so... Also erstmal finde ich eine Außenperspektive total wertvoll und wir haben ja viele Experten.
00:26:21: also ich muss jetzt keine technische Beratung selber machen das ist ganz gut!
00:26:25: Ich hatte aber das große Glück dass sich mir lange Jahre ein Büro mit Joks Gruder geteilt habe, also unserem technischen Direktor Und da lernt man schon so einiges und Jörg ist auch jemand, der immer Dinge erklärt.
00:26:41: Also total gerne auch erklärt und total pragmatisch erklärt!
00:26:44: Das ist jetzt wieder der große Vorteil.
00:26:46: wenn man aus der Kommunikation kommt weil wir ja eigentlich so arbeiten dass wir es einem Publikum erklären müssen und die Fragen dazu stellen kann ich ja zu sagen Jörgg.
00:26:57: aber wenn ich das jetzt zum Beispiel in Fachbeitrag schreibe wie erkläre ich das denn dann?
00:27:04: Damals habe ich fast alle Fachbeiträge geschrieben oder auch die Sachen, die auf unserer Webseite sind.
00:27:09: Das heißt, ich musste immer in den Austausch mit den Fachverantwortlichen und darüber hab' ich einfach wahnsinnig viel gelernt und
00:27:17: mitgenommen.".
00:27:17: Also war dein Kollege Jörg schon so jemand der da sehr viel Wert darauf gelegt hat, dass du das verstehst was du mit ihm zusammen machst?
00:27:26: Kann man das so sagen?
00:27:27: Das hat sich organisch ergeben.
00:27:28: Hat
00:27:28: sich ergeben!
00:27:29: Ja also dabei jetzt nicht, dass wir uns hingesetzt haben.
00:27:33: Jörg ist unser Technical Director.
00:27:36: Der hat so viele Kunden an Fragen, Beratungsthemen die der hat und wie gesagt das macht er überwiegend am Telefon.
00:27:41: Wenn ich da mal was mit gehört habe, hab' ich zum Beispiel gesagt ja was war das denn?
00:27:44: jetzt kannst du mir kurz erklären oder wenn wir unterwegs sind also du sagst es ist früher gesagt fünf eine halb Stunden fahren?
00:27:50: Ja ich bin auch immer mit Jörgg unterwegs dann erklärt er mir etwas und so kriegst du das dann halt über die Zeit mit.
00:27:57: Ich frage jetzt nur so weil ich mir gedacht habe okay...
00:28:00: Ich
00:28:01: bin auch manchmal so aufmessen, wo es für die Industrie geht.
00:28:04: Weil ich selber eine kleine Firma habe und da also das ist schon ein sehr Männerlastiger Beruf alles was so ich sage mal in Richtung Metall geht oder insgesamt einfach bei euch in der Firma waren jetzt relativ viele Damen und Frauen auch.
00:28:19: Jetzt bist du aber sicherlich im Management Bereich Im höheren Management.
00:28:24: Ich weiß nicht, kannst mir gerne widersprechen.
00:28:25: Aber wahrscheinlich eine Ausnahme in diesem Bereich ist schon so und wenn du dann auf einer Messe zum Beispiel bist gehe ich mal davon aus wird ja immer mal so sein Dann ist man dort sicherlich eine der wenigen die da ist CEO dabei sind.
00:28:42: hat sie das schonmal so Fälle?
00:28:43: wo dann ein bisschen?
00:28:45: Ich mache jetzt mal ein Zitat so.
00:28:48: Ich habe es mir bloß vorgestellt, ich möchte das einfach mal aussprechen wie du mir gedacht hast dass dann so Bockwurst romantisch hier um zehn und dreißig dort gestanden wird am Stand und so nach unten geguckt ja Kindchen kommen.
00:28:59: Ich erkläre jetzt hier einmal die Dichtungswelt.
00:29:03: Gabs es schonmal solche Fälle?
00:29:05: Also ich glaube das wird's immer geben.
00:29:07: schöner war das eigentlich als ich noch ein bisschen mehr in Kognito war Man gar nicht wusste, wer das jetzt ist, der da auf dem Stand ist oder überhaupt mit dabei ist.
00:29:19: Ich habe grundsätzlich keine Visitenkarten dabei.
00:29:21: und also die Kollegen, die dann so eine Messe betreuen, die unterhalten sich ja auch mit den Kunden, die kommen usw.
00:29:29: Und dann kommt möglicherweise mal die Frage nach Geschäftsführung oder Unternehmensleitung.
00:29:33: Auch darauf warte ich eigentlich immer.
00:29:35: und dann stellen sie mich vor Denjenigen, die jetzt was anderes erwartet haben, irgendwie alles aus dem Gesicht fällt.
00:29:42: Und wie gesagt, es hatte mal niemand auf einer Messe gesagt... Die wichtigen Personen, die brauchen keine wissenden Karte.
00:29:49: und so habe ich's dann auch gehalten, dass ich gesagt hab, naja also müssen die mich halt erstmal so kennenlernen.
00:29:54: Ich finde das nicht schlimm.
00:29:55: Also, das ist tatsächlich so und darüber könnte ich mich jetzt natürlich beschweren aber... ...ich glaube man findet so ein bisschen seinen eigenen Weg.
00:30:03: Ich habe mich nie wirklich komplett diskriminiert gefühlt.
00:30:07: oder wenn das so ist dann würde sich das auch offen ansprechen.
00:30:09: was ich versuche ist tatsächlich anderen Frauen sei es in Führungspositionen muss nicht zwingend nur die Industrie sein schon den Rücken zu stärken und auch gewisse Erfahrungen die ich gemacht hab Wie soll ich das sagen?
00:30:24: Hex, Skills die ich mir angeeignet habe im Umgang in so einer Männerdomäne auch weiterzugeben.
00:30:30: Weil da gibt es für mich jetzt wirklich nicht ausreichend Vorbilder.
00:30:36: Ich fühle mich hier sehr wertgeschätzt und absolut akzeptiert sowohl im Unternehmen als auch an der Branche an sich.
00:30:41: Das hat aber sicherlich damit zu tun dass ich in der European Sealing Association einfach mal den Vorsitz hatte für mehrere Jahre.
00:30:51: Aber grundsätzlich ist das schon so, dass Männer da dominieren.
00:30:56: Ich muss mich mit denen aber jetzt auch nicht irgendwie auf eine fachliche Ebene einlassen und da kann ich dann noch andere Leute holen die das dann besser können als ich.
00:31:04: Aber irgendwann das merkt man einfach es ist immer so dass sie halt die oberste Person sprechen wollen und dann sind schon viele doch noch überrascht und dass es jetzt nur ne Frau isst
00:31:15: Also immer noch überascht?
00:31:16: Ja denke ich schon.
00:31:17: ja
00:31:18: Okay Das ist eigentlich schon so'n bisschen.
00:31:22: Also, würdest du das als traurig beschreiben?
00:31:24: Oder ist es noch so eine alte Generation von... Das sind ja wahrscheinlich keine zwanzigerigen, die dann überrascht sind.
00:31:32: Sondern das sind dann schon endfünfziger, die überraschend sind oder?
00:31:38: Ich glaube gar nicht, dass das ja keine Absicht hintersteckt.
00:31:42: Bei uns sind das jetzt einfach viele Ingenieure die das gewohnt sind, dass sie irgendwie mit ihresgleichen sprechen und da sind einfach viele männliche Ingenieure dabei.
00:31:52: Und dann ist es
00:31:54: schon
00:31:54: außergewöhnlich jetzt bin ich keine Ingenieurin muss ich auch nicht sein.
00:31:58: Ich merke noch mal in dieser European Ceiling Association, da sind jetzt auch jüngere Frauen mit dabei.
00:32:05: Als ich da angefangen habe war mit einer der einzigen Frauen, die da war.
00:32:10: Jetzt sind es vielleicht fünf bis zehn von hundert.
00:32:15: Aber ich würde das jetzt gar nicht zwingend auf irgendeine Altersgruppe beschränken sondern... Ich meine dass was man sieht oder der Kreis mit dem die sich umgeben wenn das halt sehr Männer dominiert ist sticht man als Frau einfach erstmal heraus Und dann ist es so ein bisschen die Frage, wie geht man damit um?
00:32:34: Da kann man sich schon Platz verschaffen und auch Gehör verschaffen letztendlich.
00:32:40: Jetzt hast du gerade gesagt, so Vorbilder-Rollmodels gibt's... Also hast du da jemand Spezielles der dir einfällt wenn du sagst okay da habe ich immer schon vielleicht als Jugendliche oder als junge Frau drauf geschaut auf die Person oder jetzt auch aktuell gleich hast du jemand im Kopf.
00:32:56: also Ich orientiere mich grundsätzlich an unterschiedlichsten Frauen.
00:33:01: Das können Freundinnen sein, die aber vielleicht auch in ganz anderen Bereichen als ich tätig sind und versuche da wirklich aktiv immer den Austausch zu suchen.
00:33:12: Wenn es jetzt im Unternehmenskontext ist dann ist jemand der mich wahnsinnig inspiriert Tina Müller, die ist aktuell CEO von Beleda war vorher Douglas hat aber auch als Chief Marketing Officer bei Opel gearbeitet, weil ich ja eher den Marketingbereich bei uns besetze und ich finde das was sie macht einfach supermutig wie die Unternehmen umbaut.
00:33:34: Auch super mutig und finde sich so sehr bodenständig und einfach sehr authentisch dabei geblieben.
00:33:43: Dann ist es allerdings auch so, dass ich mich durchaus an männlichen Vorbildern orientiere.
00:33:48: Von denen ich einfach glaube, dass sie einen guten Job machen.
00:33:50: Das ist jetzt natürlich nicht mittelstandsgeprägt wenn ich jetzt Markus Steilemann das hier auch von Covestro sage.
00:33:56: aber da finde ich auf das was er mit dem Unternehmen macht finde ich phänomenal und ich finde auch einfach, dass er eine gute Kommunikation hat und man einfach merkt, dass so sein Wertekonstrukt auch enttagt ist.
00:34:07: Und dann sind es einfach Menschen die mir hier und da begegnen, von denen ich mir immer wieder was mitnehme.
00:34:16: Wenn du grad sagst Werte-Konstrukt ist das für dich so ein... oder du redest auch viel oder man liest viel zum Beispiel LinkedIn?
00:34:23: Dass du sich von Zukunft redest vielleicht also ein bisschen trennt der Zukunft ist es auch so einen Trend der Zukunft Wertekonstrukte dass das wichtiger wird für eine Firma.
00:34:32: Das ist so ein zweischneidiges Schwert, würde ich sagen.
00:34:36: Wenn man sich künstlich irgendwie Werte verordnet, jetzt sind wir in Familien geführtes Unternehmen und die Werte liegen in unserer DNA.
00:34:45: Das sind letztendlich die Wärte, die wir auch als Familie verkörpern.
00:34:50: Das brauchen wir uns nicht von außen vorzugeben.
00:34:53: Ich glaube das spürt man hier im
00:34:54: Unternehmen... Was sind die?
00:34:56: Also das ist natürlich respektvoller Umgang.
00:35:00: Was wir gemacht haben, ich gehe vielleicht noch mal einen Schritt zurück... ...ist jedoch diese Werte die man implizit spürt explizit deutlich zu machen.
00:35:10: Also zu sagen ja wenn wir so unterwegs sind, was haben wir auch mit Mitarbeitenden gemacht?
00:35:14: Das haben wir Anfang letzten Jahres gemacht aus allen Abteilungen Mitarbeiter eingeladen um einfach nochmal herauszuarbeiten.
00:35:19: Es ist denn letztendlich das besondere dass was IDT ausmacht und wie.
00:35:23: also welchen Namen geben wir diesen Themen oder welchen Namen geben wir diesen Eigenschaften?
00:35:29: Dazu gehört Verlässlichkeit, Gradlinigkeit, Menschlichkeit, Neugier.
00:35:35: Das sind so ein paar unserer Werte die eben zum Beispiel wenn du sagst Trends neugier ist letztendlich einfach auch immer offen zu bleiben, also offen anderen Menschen gegenüber aber auch offen neuen Technologien gegenüber und Menschlichkeit reflektiert letztendig das was uns ausmacht.
00:35:51: Das absolut bodenständiger.
00:35:54: Also jeder der mein Vater kennt, der uns als Familie kennt weiß dass wir eine totale Bodenhaftung haben und das ist uns auch im Kundenkontakt zum Beispiel wichtig.
00:36:04: Ich weiß noch, wir haben jetzt seit diesem Jahr einen zentralen Vertriebsleiter Über alle Standorte und häufig wenn wir mit Kunden da sind, dann übernachten wir im Sauwald hier in Anerberg.
00:36:16: Und letztlich hatte ich ihm zum Beispiel mal den Link geschickt fürs Mama Sita in Oberwiesenthal.
00:36:22: Er sagte ja er geht mit Kunden aber schon echt ganz gerne ins Auwald.
00:36:27: Ich weiß nicht ob es schon mal im Sau Wald warst Aber die Familie Stöckel Das sind super bodenständig, die bedienen selber noch das ist total herzig und total warm.
00:36:37: Und ich hab dann nur gesehen gesagt Ja, das passt auch zu uns so sind wir einfach auch unterwegs.
00:36:42: Im Key Account Manager kann man mal ins Mamacita mitnehmen finde ich auch.
00:36:45: so ist wirklich total schön.
00:36:46: aber wenn ich jetzt sagen müsste was entspricht so unserem Kern?
00:36:51: Dann sind wir... Also einen bodenständigen Familienbetrieb einfach viel, viel besser aufgehoben.
00:36:55: Und das wollen wir auch gar nicht verstecken.
00:36:57: Wir wollen uns nicht so geben als seien wir irgendetwas was wir nicht wirklich verkörpern.
00:37:02: Ihr habt ja in den Neunzigern dieses Werk hier die DVB übernommen von der Treuhand.
00:37:10: Treuhant dass Streck gespenst würde ich jetzt mal sagen für viele...
00:37:14: Auch für mein Vater!
00:37:17: Jetzt könnten einige sagen okay ihr habt halt einfach in den neunzigeren eine komplette Firma günstig erworben.
00:37:24: Ich weiß jetzt nicht wie viel, aber es ist ja auch wurscht.
00:37:26: Können die jetzt ja Böse zu behaupten?
00:37:27: Was stellst du dir denn entgegen?
00:37:30: Die muss ich gar nichts entgegengestellen.
00:37:33: also... Ich hol vielleicht ein ganz kleines bisschen aus.
00:37:37: Wir haben mit dem Vib-Kupfering schon vor der Wende zusammengearbeitet, diese Dichtungen die ich dir unten gezeigt habe mit der materlischen Inneneinfassung.
00:37:46: Damals war die Zeit wo das was Bestmaterial ersetzt werden musste und dieses Grafit Material war ein neues Material mit dem man experimentiert hat.
00:37:55: es hatte aber unterschiedliche Probleme, die man mit so einer Inneneinfassung in den Griff kriegen konnte dass unter anderem mein Vater mitentwickelt.
00:38:03: Wir haben aber jemanden gefunden, der uns die machen wollte.
00:38:07: Weil für alle Automobilzulieferer waren die Stückzahlen, die wir brauchten viel zu klein.
00:38:11: und mein Vater hatte einen Bekannten, der kam ja aus der Region und er hat gesagt fahr doch mal hier vorbei und fragt die doch mal ob die das machen würden.
00:38:19: Und die haben das gemacht.
00:38:20: Mein Vater dann damals noch Also das war kurz vor der Wendezeit Material rübergebracht, weil die natürlich kein Edelstahl hier so kurzfristig bekommen konnten.
00:38:30: Und das heißt wir haben mit dem Unternehmen schon vorher zusammen gearbeitet und jetzt mit der Wendezeit ging es eben darum, wenn wir ein Patent darauf hatten waren natürlich auch die Wettbewerber Total interessiert daran, dieses Unternehmen zu kaufen und alle die damals dabei waren.
00:38:47: Es gibt es auch noch Personen im Unternehmen, die diese Zeit miterlebt haben.
00:38:51: Haben alle gesagt das war wie ein Wilden Westen klar mit der Treuhand damals.
00:38:54: also ich habe sie jetzt selber nicht miterlebten.
00:38:56: aber letztendlich war so dass unterschiedliche Konzepte vorlagen und mein Vater gesagt hat, dass die Belegschaft entscheiden muss für welches Konzept sie sich entscheidet oder mit wem sie mitgehen will.
00:39:08: Also das war ein Hüt und ein Hot, man hat das zugesprochen bekommen.
00:39:11: dann hat es wieder jemand anders bekommen und letztendlich hat sich die Belegschaft für mein Vater ausgesprochen und gesagt dass ist das Konzept was uns am ehesten überzeugt und wir stehen hinterher notter.
00:39:25: Also wir hatten vorher noch keine Produktion, mein Vater hat ausschließlich gehandelt.
00:39:29: Ich sag jetzt mal, er hatte damals maximal zehn Mitarbeitende und hat dann im Prinzip einen kompletten Produktionsbetrieb mit fünfzig Mitarbeitenden damals übernommen Und jetzt kann man klar sagen, günstig erstanden.
00:39:40: Aber also wir waren ja damals gerade selber knapp zehn Jahre noch nicht mal zehn Jahre alt als Unternehmen.
00:39:46: Also er hatte noch in den vierten Achtzig wie gesagt gegründet und das muss man sich glaube ich auch erst einmal zutrauen.
00:39:52: Das ist schon eine Hausnummer.
00:39:54: Mir ist jetzt auch sofort Mut in den Kopf gekommen.
00:39:56: Genau!
00:39:56: Also dass es auch in dem Sinne fremden Land war dann so...
00:40:01: Ja?
00:40:02: So eine Firma zu übernehmen.
00:40:04: und weil sie provokante Frage sicherlich, aber auch wenn man sich dreißig Jahre am Markt hält.
00:40:09: Und hast uns gezeigt, ihr hättet rein theoretisch noch Platz um was anzubauen.
00:40:13: Ihr habt ja auch angebaut.
00:40:14: hier sind wir so ein bisschen durchgeschlängelt zur Halle drei hoch und dann wieder runter.
00:40:19: also Es hat Früchte getragen und da gibt es auch negative Beispiele, wo's eben genau in die andere Richtung geht.
00:40:24: Und dann solche Betriebe einfach ausgenommen wurden sag ich jetzt mal.
00:40:28: Genau also für meinen Vater war auf jeden Fall wichtig das Sortiment war natürlich ein ganz anderes weil das Unternehmen hat schon eher Automobildichtungen gemacht.
00:40:36: Also er musste schon das Sortimente umstellen aber... Er hatte hier natürlich ganz viele hoch ausgebildete Mitarbeitende am Standort und hat sich dann auch überlegt, okay was macht denn jetzt Sinn?
00:40:49: Und dann hat er eben begonnen zum Beispiel diese ganze Kunststoffsparte sukzessive aufzubauen weil da einfach viel mehr technisches Know-how drin steckt.
00:41:00: Das wäre glaube ich auch ohne die Mitarbeiterin hier hätte das so nicht funktioniert.
00:41:04: aber das finde ich schon nochmal beachtlich.
00:41:08: also Das und nicht nur das Unternehmen, also das Unternehmen musste sich natürlich neu erfinden.
00:41:12: Die Mitarbeitenden mussten sich neu erfunden aber für die Menschen aus der ehemaligen DDR, die mussten sicher alle komplett neu erfünden.
00:41:21: Und mein Vater war einfach wichtig dass auch wirklich ausreichend Arbeit da ist für alle Personen die damals mitgegangen sind.
00:41:29: Und jetzt sind wir knapp hundertfünfzig Personen hier am Standort und zweihundert Mitarbeiter oder etwas mehr als zweihundert Mitarbeiter über alle Unternehmen, also wir haben noch einen Standort in Spanien und sind in China mittlerweile auch unabhängig.
00:41:46: Und trotzdem, wenn der Schwerpunkt so stark auf Annaberg liegt hast du dir da irgendwann mal Gedanken gemacht herzuziehen ein Lebensmittelpunkt zu verlagern.
00:41:55: Ich weiß jetzt nicht deine Kinder werden wahrscheinlich schon aus dem Haus sein.
00:41:57: Nee
00:41:57: meine Kinder sind auch noch nicht
00:41:59: aus dem Hause.
00:42:02: Aber könnt ihr ja immer werden oder sie wären vielleicht mal aus dem haus gehen und dann kann er sein.
00:42:05: aber ist es so... Hast du darüber nachgedacht?
00:42:08: Auch die Fahrt?
00:42:09: man stellt sich ja dann schon mal die Frage muss das alles sein oder kann ich's nicht einfach?
00:42:13: Kann sich nicht teilweise auch einfach haben.
00:42:15: Also wir haben ja angestellte Geschäftsführer, jetzt einen Angestellten-Geschäftsführers, der sich um das operative Geschäft kümmert.
00:42:20: Der pendelt im Moment auch.
00:42:22: Wir hatten jemanden vormals aus Süddeutschland und jetzt haben wir jemanden aus NRW.
00:42:29: Meine Aufgabe ist ja grundsätzlich eine andere also das Unternehmen.
00:42:33: sag ich mal dass es vor dreißig Jahren war wo mein Vater noch wirklich sehr stark involviert war.
00:42:39: Wir jetzt haben ist schon ein anderes, weil wir natürlich eine ganz andere Führungsmannschaft haben.
00:42:43: Wir haben sechs Prokuristen also die das Unternehmen in und auswendig auch kennen oder sehr gut kennen einige Jüngere, die das Unternehmer in der Zukunft weiterentwickeln werden und die können das Daily Business schon sehr, sehr gut tragen.
00:42:57: Also deswegen besteht nicht zwingend die Notwendigkeit dass ich wirklich dreieinhalb Sechzig Tage im Jahr hier bin.
00:43:04: Ich mach das immer bedarfsabhängig.
00:43:06: Also dieses Jahr bin ich alle zwei Wochen da, aber letztes Jahr war ich vielleicht einmal im Quartal da.
00:43:12: Du hast ja auch von gesagt... also klein kleines Vorderbilder hast du gesagt, du längst das Unternehmen.
00:43:17: Du weißt nicht, seit du leidest das Unternehmen?
00:43:19: D.h.,
00:43:19: die anderen haben so ein bisschen Steuern in der Hand.
00:43:25: Gibt es die Möglichkeit, in die richtigen Richtungen zu steuern und zu lenken?
00:43:30: Du längst das im Endeffekt noch.
00:43:31: Die anderen Steuern ist in die richtige
00:43:33: Richtung.
00:43:33: Genau!
00:43:35: Das ist meiner Meinung nach auch wichtig.
00:43:37: Man vergisst vielleicht auch immer so ein bisschen um ein familiengeführtes Unternehmen zu bleiben braucht das Familie.
00:43:46: Jetzt sind meine Kinder noch nicht aus dem Haus.
00:43:48: Ich habe zwei Neffen, die sind auch noch nicht raus im Haus.
00:43:51: Ob die das Unternehmen mal führen werden?
00:43:53: Das wissen wir noch nicht.
00:43:54: Und das heißt ich sehe es als meine Aufgabe, dass Unternehmen so aufzustellen, dass es möglicherweise auch mal eine Generation überspringen kann.
00:44:01: Dazu braucht es natürlich ein Management Team, das einfach gut funktioniert, das möglicherweise aber nicht zur Familie gehört.
00:44:10: und was glaube ich... Was man immer so implizit Ja, oder so eine implizierte Annahme ist.
00:44:21: Man sagt das, glaube ich, immer so standardmäßig flache Hierarchien kurze Wege in Familienunternehmen.
00:44:25: Aber was bedeutet das denn konkret?
00:44:26: Das bedeutet eigentlich haben die Mitarbeitenden hier wirklich direkt einen Einfluss darauf ob es einem Familienunternehmer bleibt oder nicht.
00:44:33: Weil ich alleine kann dieses Unternehmen nicht mehr führen.
00:44:36: So dass heißt ich brauche ein Management Team, das entsprechend ausgebildet ist und das Erfahrung mitbringt aber auch neue Impulse setzt damit es mir überhaupt möglich ist gemeinsam mit diesem Team, dieses Unternehmen in die Zukunft zu führen und gegebenenfalls wie gesagt eine Generation zu überspringen.
00:44:53: Ist das so jetzt der größte Struggle den du hast?
00:44:56: In den nächsten Jahren dieses Führen in die zukunft oder ist es ein aktuelles Thema was immer besteht?
00:45:02: also oder sagen wir mal noch prägnande?
00:45:05: ist das so die größte Herausforderung für dein Unternehmen?
00:45:08: oder was wäre die größten Herausforderungen vielleicht auch offener gefragt?
00:45:11: Also der größte ist Struggle.
00:45:14: Das ist das Schöne, für mich ist es kein Struggle sondern ich finde das eine superspannende Aufgabe und ich finde auch ein echtes Geschenk dass ich die Möglichkeit habe das Unternehmen so auszurichten dass es Fortbestand hat.
00:45:29: Das is schwierig gar keine Frage Aber das ist eine tolle Aufgabe.
00:45:35: Struggle würde ich nicht sagen, aber wir sind gerade im Moment an dem Punkt wo wir einfach einen Generationenwechsel haben.
00:45:41: und es bedeutet nicht nur mein Vater der wird dieses Jahr drehen achtzig sondern auch einer der langjährigen Geschäftsführer.
00:45:48: Der war fünfzeig Jahre im Unternehmen der scheidet dieses Jahr aus und dann gibt es andere Schlüsselposition die scheiden innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre aus.
00:45:56: also es wird schon sehr viel wissen Einfach auch Historie gehen.
00:46:04: Das ist einfach so, aber andere Unternehmen stehen vor der gleichen Herausforderung.
00:46:07: ich glaube dass wir da gut aufgestellt sind das wirklich auch gut zu lösen.
00:46:14: Herausforderungen sind ansonsten also letztendlich die globalen Herausforderungen die wir sehen und das wird sich meiner Meinung nach nicht mehr ändern.
00:46:22: Also, dass es immer durch äußere Umstände eine gewisse Unsicherheit gibt und dass man eigentlich noch stärker in der Lage sein muss sich schnell zu adaptieren.
00:46:32: Das sehe ich eher als eine Herausforderung auch für den Mittelstand.
00:46:34: Auch da glaube ich sind wir gut aufgestellt also der Mittelstand grundsätzlich aber das ist natürlich schon schwierig.
00:46:43: ja Dann danke erst mal dafür für diese ganzen Themen, die wir jetzt ja durchgeradert haben.
00:46:51: Und ich habe noch drei Fragen ganz zum Schluss, die mit dem gar nicht so viel zu tun haben aber irgendwo auch doch, die ich allen Podcast-Gästen stelle und wo man einfach ein bisschen vergleichen kann vielleicht auf wie die alle drauf sind.
00:47:05: Die würde ich gerne noch stellen.
00:47:06: ganz zum Schluß...
00:47:06: Ich bin gespannt!
00:47:08: Und es ist für dich vielleicht auch gar nicht sehr verständlich und einfach weil das sicherlich Naja, nicht ärzgebirgische.
00:47:15: Spezifische Fragen.
00:47:16: Ach, hör sie dir einfach an!
00:47:17: Ich rede manchmal zu viel.
00:47:18: Wenn du ein erzgebürgisches Wort oder wenn du einen Wort für's Erzgebürge finden müsstest... Also eher ein Wort fürs Ärzte-Bürge.
00:47:25: Welches wäre das?
00:47:28: Hamid.
00:47:29: Hamid.
00:47:31: also ich sag dann die Erklärung im Nachgang.
00:47:35: als Botschafterin glaube ich musste auch sagen was sich mit dem Erzgebirge verbinde oder zum Beispiel auch welches Wort.
00:47:43: Ich hatte Eifer bübscht weil ich das so von der Aussprache, aber ich glaube es ist nicht ärztgebirgisch sondern es ist glaube ich sächsisch.
00:47:51: Und dann habe ich meine Kollegen gefragt hier am Standort und hab gesagt was würde euch den Stolz machen?
00:47:56: Also was ist ein Wort wo ihr sagt also wenn das ein Wort wäre mit dem ich mich auch verbinde, dann würdet ihr Stolze empfinden und dann haben die lange überlegt und da haben wir hin- und her diskutiert und dann sind sie eigentlich harmet.
00:48:12: trifft es am besten?
00:48:13: genau Das nutze ich jetzt auch immer mal wieder, weil ich es einfach auch schön finde.
00:48:18: Weil die Menschen hier einfach aus der Heimat verbunden sind.
00:48:21: Sehr schön!
00:48:24: Du packst deine Tasche und hast drei Dinge mitnehmen?
00:48:29: Was darf das sein... Gehst du zum Beispiel auf einer einsamen Insel?
00:48:33: Was wird auf jeden Fall nicht fehlen dürfen?
00:48:37: Ich brauche auf jeden fall Lippenbeisern.
00:48:39: Das brauche ich immer.
00:48:43: Es sind Dinge, ne?
00:48:44: Oh Gott.
00:48:45: Eigentlich brauch ich gar nicht so wahnsinnig viel doch... Ich brauche eine Heizkissen!
00:48:48: Auf jeden Fall!
00:48:48: Ich brauch' eine Heitzkissen und mir ist immer kalt.
00:48:52: Auch auf der einsamen
00:48:53: Insel?!
00:48:53: Ja wer weiß wenn er nicht wahrscheinlich die Sonne fangt.
00:48:56: Na ja das kann ich eigentlich ein... Das könnten dann natürlich eine Wärmflasche mitnehmen wahrscheinlich.
00:49:01: Und zur einsamen insel.
00:49:02: Frage würde ich mal sagen hart gekochte Eier
00:49:09: Fragezeichen bei mir.
00:49:12: Das sind gute Nährstoffe drin, ich liebe hart gekochte Eier.
00:49:17: Interessant ist es so spannend diese Frage wirklich?
00:49:20: die wirkt immer so simpel aber man kann da bei vielen Leuten sehr auf Dinge schließen, die viel unterbewusster sind also.
00:49:27: Ja das ist ein gutes kleines Nährstoffpaket.
00:49:30: Ich meine sie werden jetzt fast schnell ausgehen und habe dann überlegt eigentlich bräuchte ich auch noch eine Molade dazu wenn ich keine Salz hab.
00:49:34: Besten
00:49:35: Hände!
00:49:35: Aber guten Händel wäre auch nicht.
00:49:36: Ja, ich hab ja nicht so eine Hände Platz gehabt.
00:49:41: Weiß ich nicht.
00:49:42: Dann danke Simone Wilson, dass wir hier sein durften und uns ein mal IDT genauer anschauen durften jetzt mit ihr sprechen durften.
00:49:51: Und gerne bis zum nächsten Mal!
00:49:54: Sehr gerne, vielen Dank!
00:50:00: Das war mein Gespräch mit Simone Wilson.
00:50:02: Ich hoffe Ihr konntet genauso viele spannende Einblicke mitnehmen wie ich in einem Unternehmen das weit über die Regionen hinaus aktiv ist und in eine Persönlichkeit, die zeigt das Frauenpower in einer männerdominierten Branche absolut ihren Platz hat.
00:50:16: Natürlich merkt man dass Simone nicht im Erzgebirge aufgewachsen ist oder hier ihren Lebensmittelpunkt hat – und trotzdem ist sie eine echte Playerin der Wertschöpfung schafft und vor allem auch eine große Wertschätzung für unsere Region mitbringt!
00:50:29: Wenn euch die Folge gefallen hat dann lasst gerne ein Abo da, teilt den Podcast mit Freunden oder Bekannten und gebt uns Feedback.
00:50:37: darüber freuen wir uns ganz besonders.
00:50:39: Ich sage danke fürs Zuhören, bleibt auf jeden Fall gesund, neugierig und zuversichtlich.
00:50:45: Bis zum nächsten
00:51:15: Mal!